Chorreise des Projekts "Die singenden Schwaben" im Chorverband Filder vom 20.05. bis 05.06.2009 nach Washington D.C., New York, Niagarafälle und Toronto

Die Chorleiterin Frau Marianne Schauer hat einen Reisebericht geschrieben, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Vielen Dank dafür, liebe Marianne!

Chorverband Filder e.V.
Marianne Schauer-Roch Verbandschormeisterin Waldenbuch, 16. Juni 2009

USA-Bericht: "Die Singenden Schwaben" waren auf Reisen beim 50. Sängerfest des NOSB in Washington DC als Ehrengäste, bei der Matinee am Marktplatz in Alexandria, beim Sommerfest des Lehigh Sängerbund in Allentown, bei der 145 Jahrfeier in Hamilton in Canada, in der St. Patrick Church bei der Pfingstmesse mit Firmungen in Toronto, beim Concordia Club in Kitchener u.v.m.
Wir "Die Singenden Schwaben" sind seit 05. Juni 09 zurück von einer erlebnisreichen, wunderbaren Reise, die uns zuerst nach Washington DC führte, wo wir Ehrengäste waren beim 50. Sängerfest des NOSB (=Nordöstlicher Sängerbund). Die Herzlichkeit, mit der wir von Ute Hayman schon am Flughafen in Washington DC empfangen wurden, war umwerfend und begleitete uns auf unserer ganzen Reise. Diese deutschstämmigen Menschen in USA und Canada sind eine große Sängerfamilie. Sie haben uns alle überrascht mit ihrem großen, herzlichen und freundschaftlichen Zusammenhalt, in den sie uns sofort miteingeschlossen haben. Wir erkannten dadurch sehr eindrücklich ihre Dankbarkeit für unseren Besuch. Auch wir waren dankbar und fühlten uns geehrt, dass wir bei diesem großen Fest dabei sein durften.
Erstaunlich die große Anzahl der aktiven Sängerinnen und Sänger und die Vielzahl der auch bei uns bestbekannten deutschen Lieder. Wir brachten unsere deutschen Volkslieder und geistliche Stücke u.a. von Friedrich Silcher sowie auch das Bundeslied von W. A. Mozart mit. Selbst bei unserem Vortrag im Festakt des NOSB konnten wir Stimmen hören, die nicht nur die Melodie mitsummten, sondern jedes Wort mitsangen. Während meiner Grußworte konnte man eine Stecknadel fallen hören. Totale Ruhe und Aufmerksamkeit. Auch hier fühlten wir die konzentrierte Dankbarkeit im großen Kreise der Jubiläumsgäste und wurden dadurch getragen in unserem Gesang und manchem meiner Sänger steckte ein Klos im Hals. Meine "Jungs" durften sich wirklich als Botschafter Deutschlands sehen.
Am nächsten Tag sangen wir "Die Singenden Schwaben" aber auch einige unserer uns begleitenden Frauen offiziell mit beim großen Festkonzert im National Building Museum. Auf dem Programm standen unsere deutschen Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert u.a. Begleitet wurde der Chor mit ca. 300 Sängerinnen und Sänger, der sich aus dem Gastgeber Chor "Washington Sängerbund" und seinen Gast-Chören dieses NOSB zusammensetzte, vom National Gallery of Art Orchestra, einem der ältesten Orchester der Hauptstadt Washington, geleitet von Dr. Stephen Ackert, Direktor der Musikabteilung des National Gallery of Art, und Manfred Knoop, Musikdirektor des Schwäbischer Sängerbund von New Jersey.
Was für uns alle eine ausgesprochen neue Erfahrung war, ist der Rahmen solcher Konzerte, den wir überall so erlebt haben: Zu Beginn marschieren Chormitglieder mit den Fahnen der teilnehmenden Vereine und Verbände mit der musikalischer Begleitung durch Trompeten ein. Anschließend werden die deutsche und dann die amerikanische Nationalhymne sowie der deutsche Sängergruß gesungen, mit Orchesterbegleitung und auswendig. Alle stehen und sind ernsthaft bei der Sache. Danach hören alle der Begrüßung durch den Vorstand des veranstaltenden Vereins aufmerksam zu. Unser Auftritt beim Festakt in Washington brachte uns eine Einladung nach Allentown bei Philadelphia.
Auf der Fahrt nach New York machten wir dort Stopp, um auch hier unsere deutschen Lieder einem sehr interessierten, freundlichen Publikum vorzutragen, unser Mittagessen einzunehmen und mit der diesjährigen Miss Sommerfest einen Fototermin wahrzunehmen. Auf der Fahrt von New York an die Niagara Wasserfälle konnten wir uns etwas vom Singen erholen, jedoch nicht vom Lachen und Fröhlichsein. Wie beeindruckend sind doch diese riesigen, gewaltigen Wassermassen, die hier hinunter stürzen, besonders dann wenn man das richtige Wetter dazu hat. Und das hatten wir bis zu dem Moment, in dem wir uns alle angezogen hatten, um bei den Wasserfällen zum Feuerwerk zu gehen: eine halbe Stunde zuvor fing es an zu stürmen und dann auch zu schütten, sodass kein Schirm was genützt hätte. So fand das Feuerwerk halt ohne uns statt. Wir gingen dafür ins nahegelegene Steakhouse, wo wir mit bester Laune und großem Hunger eines der besten Steaks auf unserer Reise genossen haben. Hmh! Unser kleiner Chor wurde in Hamilton in Canada schon sehnsüchtig erwartet. Dorthin wurden wir kurz vor unserer Abreise aus Deutschland zu ihren Feierlichkeiten zum 145jährigen Bestehen eingeladen. Gerne kamen wir zum Germania Club, um mit diesen liebenswerten, frohgelaunten Menschen gemeinsam zu singen, zu essen und zu feiern.
Zum Glück hatten wir unseren Reiseveranstalter als Reiseleiter dabei. Mit ihm war es eine Wonne, diese Reise schon im Vorfeld zu planen. Er war immer bereit, immer wieder unsere Sonderwünsche zu ermöglichen. Sogar noch während unserer Tour mussten manchmal recht kurzfristig neue Entscheidungen getroffen werden, da wir immer wieder neue Einladungen bekamen und diesen auch folgen wollten. Unser Klaus Krämer von Gruppenreisen Nordamerika arrangierte alles, was nur irgendwie möglich war, was für uns bedeutete, dass alle geplanten und auch ungeplanten Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnten. Selbst als in Washington der bestellte und auch bezahlte Bus nicht kam, hat er in kürzester Zeit trotz des hohen Feiertages - dem Memorial Day - mit großer Unterstützung von Ute Hayman, der verantwortlichen Organisatorin für uns "ausländische" Gäste, einen anderen Bus hergezaubert und seine sich zwar wundernde aber trotzdem fröhliche Mannschaft in den neuen Bus verfrachtet und gut nach New York gebracht. Bravo, lieber Klaus!
Die Vereinsheime in Amerika bestehen in diesem großen, weiten Land so gut wie immer aus mehreren Probenräumen, mehreren Bars und Restauration. Beim Abschied vom Germania Clubs aus deren Vereinsheim kam einer der Sänger eines Gast-Chores auf uns zu und meinte: 'ihr fahrt doch heute Nacht noch nach Toronto, oder?' Wir stimmten zu. 'Habt ihr nicht Lust und Zeit, morgen in meiner deutschen Kirche den Pfingstgottesdienst mit Firmungen musikalisch zu bereichern?' Natürlich hatten wir Lust und sagten zu - auch wenn wir ja eigentlich an diesem Tag was anderes geplant hatten, wäre es uns nicht in den Sinn gekommen, dieses Angebot abzulehnen. War halt wieder eine kleine "Hausaufgabe" für unseren Klaus, dies mal schnell umzuarrangieren. Und es wurde wieder eine von unseren besonders eindrücklichen, unvergesslichen Auftritten. Der anfängliche Gedanke von Kurt in diesem Gottesdienst zu singen, wurde kurz dann doch sehr kritisch beäugt. Nach unserem Einsingen und Ansingen des "Sanctus" von Friedrich Silcher wurde diese Meinung jedoch sofort wieder geändert verbunden mit der Bitte, doch mehrere Stücke vorzutragen. Der Organist und Kirchenchorleiter überredete mich während des Betretens des Kirchenraumes, das "Ave Maria" von Bach-Gounod zu singen, das er dann am Flügel gefühlvoll und einfühlsam begleitete. Dieser Gottesdienst brachte uns wiederum die Einladung, im Gemeindehaus vor den Firmlings-Familien zu singen. Dort wurden uns von den Firmlingen ein supertoller Kuchen und Kaffee serviert. Vielen Dank! Weil wir nun so richtig drin waren im Singen, ließen "Die singenden Schwaben" ihre Stimmen auch gleich noch in der Hotelhalle des Fairmont Hotels erklingen, nachdem uns der Hotelmanager dazu aufgefordert hatte. Unser letzter Ausflug ging nach Kitchener zu einem Indianerfort und zu den Mennoniten. Was den deutsch-radebrechenden Führer geritten hat, indem er mit unserem Bus sein neues Haus suchte, um dort seine gerne Bus fahrende Frau zu holen, uns die Häuser seines Bruders, seines Neffen, seiner Enkel etc. zu zeigen, bleibt uns wohl ewig verborgen. Vom Leiter des Informationszentrums der Mennoniten wurden wir dann freundlicherweise doch noch zu einem Hof der Mennoniten gebracht - es waren jedoch die modernen Mennoniten, deren Höfe mit großen Landmaschinen bestückt sind und die auch Auto fahren - jedoch nur schwarze Autos. Mit anderen Worten nichts anderes als bei uns, außer dass die "Frau" mit der schwarzen Pferdekutsche zur Stadt fährt in ihrer traditionellen schwarzen Tracht.

Doch leider musste auch diese Reise mit insgesamt 12 größeren und kleineren Auftritten irgendwann zu Ende gehen. Leider! Bei einem Interview, das wir im Rundfunk geben durften, sagte einer der "Singenden Schwaben": 'ich glaube, wir dürfen uns davon überraschen lassen, was unsere Marianne mit uns beim nächsten Mal vorhat. Die hat bestimmt schon eine Idee. Wir sind dabei!'

Liebe "Singende Schwaben": ich danke Euch von Herzen für eine wunderbare Zeit mit Euch und Euern Ehefrauen. Ich danke Euch für Euer ungebremstes Arbeiten an der Literatur und auch an Euren Stimmen in der Zeit vor unserer Reise. Ich danke Euch für Eure so liebevolle Fröhlichkeit und für so manchen Kosenamen - z.B. weiß heute jeder, wer mit erster zweiter Bass gemeint ist. Ich danke Euch für die gegenseitige Rücksichtnahme über den gesamten Zeitraum unserer harmonischen Reise. Mit Euch reise ich um die ganze Welt!

Marianne Schauer-Roch Verbandschormeisterin im Chorverband Filder